Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

Reise-Angebote von Check 24

Reise-Angebote von SonnenKlar-TV

 

Wird Bulgarien das neue Mallorca? Partytouristen grölen: „Bulle-Alarm – lasst uns nach Bulgarien fahren“. Party-Schlagerstar Ikke Hüftgold hat eine Chartermaschine gemietet, um mit 150 Fans an den Goldstrand nach Bulgarien zu fliegen. Der erste Partyflieger überhaupt, sagt Ikke Hüftgold und verteilt Bier. „In Bulgarien ist der Alkohol günstiger als auf Mallorca, man kann Party machen ohne Ende“, sind sich die Partytouristen einig.

Bulgariens Schwarzmeerküste boomt. Mehr als 8 Millionen Touristen kamen allein 2018 – bei gerade mal 7,15 Millionen Einwohnern. Wie verändert sich das Land durch den Massentourismus?

Resultat von Korruption in Bulgarien: Der geplante Hotel-Komplex wird seit Jahren nicht mehr weitergebaut und steht leer.
Nicht nur der Goldstrand zieht die Urlauber an. Viele Familien und Rentner fahren an die Strände Bulgariens: Urlaub dort ist billig. Viele Investoren wittern das Geschäft und bauen Hotels – legal, aber auch illegal. „Sie nutzen Gesetzeslücken aus“, erklärt Assen Jordanov, einer der führenden Investigativ-Journalisten im Land. „Wir haben hier ein korruptes System, alles ist möglich.“ Jordanov zeigt den Autoren Dead City, eine Geisterstadt – mehrere Hektar Bau-Ruinen. Eigentlich hätten hier Hotels, Wohnungen und ein Casino gebaut werden sollen. Doch 2009 war Baustopp. Die Bauunternehmer waren Mitglieder der russischen Mafia, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und kamen daraufhin ins Gefängnis. Seitdem wurde nicht weitergebaut und bis heute steht der Komplex leer.

EU- Kulturhauptstadt 2019: Plowdiw ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens und wirbt mit seiner historischen Innenstadt
Die Schattenseiten des Tourismus zeigt der Film auch in Plovdiv. Die zweitgrößte Stadt Bulgariens ist dieses Jahr EU-Kulturhauptstadt. Die malerische Altstadt begeistert viele deutsche Touristen. Zwischen bunt gestrichenen Häusern und hippen Cafés tummeln sich Künstler. Doch nur ein paar Minuten weiter hausen Menschen in Wellblechhüten. Kinder spielen im Müll. Ein Ghetto, das den Urlaubern verborgen bleiben soll: Stolipinovo. Hier leben rund 45.000 Roma. Manche haben nicht einmal fließendes Wasser, viele keine Arbeit. Manche Kinder gehen nicht zur Schule, weil sich ihre Eltern die Stifte und Hefte nicht leisten können. Eine Generation ohne Zukunft wächst hier heran – und keiner hier profitiert von dem Tourismusboom.

Im bulgarischen Ghetto Stolipinovo wohnen gut 45000 Roma
Hinter den Kulissen der Urlaubsfassade Bulgarien. Kann das ärmste und zugleich korrupteste Land der EU den Massentourismus in den Griff bekommen?

__

Weitere Dokus zum Thema:

Ein Film für Die Story von Nicole Kohnert, Daniel Rosenkranz.

Dieser Film wurde im Jahr 2019 produziert. Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seit dem nicht aktualisiert.

Das neue Mallorca? Partyurlauber in Bulgarien | WDR Doku

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü